Vor-Ort-Besuch in Gorleben

MdBs bei der Diskussion mit Anti-Atom Aktivisten, v.l.n.r. Ralph Lenkert, Jens Petermann, Kornelia Möller

Am Dienstag, den 15.06 machte sich eine Delegation der Bundestagsfraktion DIE LINKE auf den Weg, um sich ein eigenes Bild von dem für Atommüll auserkorenen Endlager Gorleben zu machen. Neben Kornelia Möller und Dorothee Menzner, ständige Mitglieder im Gorleben - Untersuchungsausschuss, waren Jens Petermann, stellvertretendes Mitglied des PUA, Ralph Lenkert, Obmann der Fraktion DIE LINKE im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie der Landtagsabgeordnete Kurt Herzog und die zukünftige Abgeordnete Johanna Voss vor Ort. Begleitet wurden sie von Fraktions- und Persönlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und seit Jahren aktiven Atomgegnern.

Nach einer kurzen Einführung durch Mitarbeiter des Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) über die Geologie und die bereits vorgenommenen Erkundungen des Salzstocks begann die Befahrung auf 840 Meter unter Tage. Bei der Begehung vertiefe ein Geologe die Ausführungen über Erkundungsvorhaben und -Verfahren sowie über die Endlagerung von Hochradioaktiven Müll im Salzstock. Allerdings konnten die Bedenken der MdBs für die Standortwahl Gorleben nicht im geringsten ausgeräumt werden. Schon gar nicht da an einigen Stellen Erdöl einfließt und eine Öltropfstelle im Erkundungsbereich 1, nach Ansicht von Dorothee Menzner seit ihrem letzten Besuch, größer geworden ist. Es gibt kein detailiertes Wissen über Größe von Öl- und Gasvorkommen in unmittelbarer Nähe des geplanten Endlagers. Zurecht erstaunt war die Delegation, dass von der Explosion eines Ölbohrturmes bei Lenzen, im Jahr 1968, bis heute niemand von der Betreiberseite etwas gehört hat. Damals war im Salzstock Gorleben-Rambow in 3.000 m Tiefe ein unter hohem Druck stehendes Gas-Ölgemisch angebohrt worden und explodiert. Das Feuer konnte erst nach 2 Tagen gelöscht werden. 

Die nächste Station an diesem Tag führte zu der `Schwedenschanze´, einem Aussichtsturm von dem sich die Abgeordneten ein Bild vom bisher fast unerforschten Nordteil des Salzstockes Rambow machten. Von Höhbeck ist die Stadt Lenzen und der Rudower See wunderbar zu sehen, der im Übrigen vor 13.000 Jahren entstand, weil der Salzstock darunter ausgewaschen worden war und das Deckgebirge eingebrochen ist. - Keine gute Voraussetzung zur sicheren Atommülllagerung für hunderttausende von Jahren.

Abschießend trafen sich die Abgeordneten noch zu einer fruchtbaren Diskussionsrunde mit erfahrenen Atomkritikern aus dem Wendland im Cafe Schwedenschanze. Verabredet wurde die gegenseitige Unterstützung und die Zusammenarbeit um Gorleben als Endlager endgültig einzulagern.

Der Vorort Besuch in Gorleben bekräftigte den Standpunkt der Abgeordneten, dass es sich bei der Standortauswahl von Anbeginn um eine politische Entscheidung gehandelt hat und geologische Untersuchungen keine Rolle gespielt zu haben scheinen. Deswegen wundert es auch nicht, dass ein Standortvergleich erst gar nicht in Betracht gezogen wurde.

Die Fraktion DIE LINKE fordert die unverzügliche und unumkehrbare Stilllegung aller Atomanlagen. Eine sichere Endlagerung gibt es nicht. Jeder der etwas anderes behauptet handelt wie der berühmte Zauberlehrling, unverantwortlich.

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